Immer schon hat mir in der Musik das am meisten gefallen, was nicht wirklich erklärbar ist. Die Magie des gemeinsamen Spannungsaufbaus, traumwandlerische Improvisationen, Momente, in denen die Zeit stehen bleibt. Wer das erlebt hat, weiss, dass sich diese Momente weder machen lassen, noch, dass sie einfach entstehen. Das entscheidende Element ist der Zustand, in dem man sich befindet. Wie aber ist es möglich, als Gruppe in diesen Zustand zu fallen? Was kann man dafür tun? Schon bei meinen ersten Begegnungen mit TaKeTiNa hatte ich das Gefühl, Schlüssel zur Beantwortung dieser Fragen zu bekommen. Die zunächst verblüffende Lösung war, dass es weniger um das Machen als vielmehr um das Weglassen geht. Das beginnt damit, dass im Verlauf eines TaKeTiNa-Kurses immer wieder dazu eingeladen wird, im eigenen Zeitmaß zu bleiben. Der Raum zwischen zwei Schritten, die Pause, das Entstehen des nächsten Schrittes, die Wahrnehmung der Stille zwischen den Bewegungen macht die Bewegung erst ganz. Und in dieser Wahrnehmung der Bewegung und der Stille entsteht der Genuss, die Freude über den Augenblick. Wenn ich nicht an den nächsten Schritt denke, sondern ganz bei dem bin, was gerade geschieht, dann bin ich frei von der Angst, den falschen Schritt zu tun, den falschen Ton zu singen oder zu spielen.  Immer wieder habe ich erlebt, dass sich eine Gruppe mit TaKeTiNa  in diesem Sinne  entwickeln kann. Rhythmisch-musikalisches Lernen und persönliches Wachstum findet statt, indem jede(r) sein Potential entfalten kann.